Navigieren in Seon

Eine Woche lang weit weg von der Zivilisation

Das Klassenlager der S 2a fand in der Lötschenpasshütte auf 2690m über Meer statt. Um dorthin zu gelangen, fuhren wir mit Bahn und Bus nach Wiler im Lötschental, von wo uns die Luftseilbahn auf die Lauchernalp brachte. Während der Fahrt mit der Luftseilbahn war auch das Ausmass des Bergsturzes von Blatten eindrücklich zu sehen. 

Nach dem Mittagessen aus dem Rucksack startete die Wanderung zur SAC-Hütte. Der steile Weg und das warme Wetter zauberten einige Schweissperlen auf die Stirn. Aber dank Trink- und Verpflegungspausen hatten wir immer genug Energie für weitere Höhenmeter. Auch mehrere Murmeltiere und erste Steinböcke brachten willkommene Abwechslung. Trotzdem waren alle froh, als am späten Nachmittag die Hütte in Sicht kam. Wir wurden von Andrea und Beat, dem Hüttenwartteam, herzlich empfangen und konnten unsere Betten auswählen. Während eine Gruppe schon in der Küche mithalf, das Abendessen vorzubereiten und zu servieren, hatten die anderen Pause und durften endlich ihre Handys gebrauchen, die vor der Hütte ein schwaches Signal hatten. 

Die nächsten Tage waren die SchülerInnen in Gruppen unterwegs. Die einen besuchten mit Bergführer Benedikt einen Klettersteig und erhielten gut gesichert eine Einführung ins Klettern. Andere halfen dem Hüttenteam bei der Arbeit und der Rest arbeitete an Vorträgen weiter zum Thema Alpen. 

Wegen der ungünstigen Prognosen wurde der Gipfeltag auf Mittwoch vorverschoben. Mit leichtem Rucksack wanderten wir einem Grat entlang Richtung Hockenhorn. Aus der Ferne schien es unmöglich, dass wir es schaffen würden, diesen 3293 Meter hohen Berg zu besteigen. Aber Benedikt führte uns zielstrebig immer näher heran und wir erkannten, dass der Weg über Schneefelder und durch Felsbrocken hindurch auf den Gipfel tatsächlich machbar war. Und so waren alle stolz, dass sie es bis zuoberst geschafft hatten. Leider war die Sicht teilweise durch Wolken verdeckt, aber durch Lücken hindurch erhaschten wir tolle Blicke auf das Berner Oberland und die Walliser Berge. 

Am Donnerstagmorgen regnete es kräftig, aber wir liessen uns nicht abhalten, den in der Nähe liegenden Lötschegletscher zu erkunden. Es war eine rutschige Angelegenheit auf dem Gletscher, aber zum Glück gab es keine Spalten, die uns hätten gefährlich werden können. Unser Bergführer erklärte uns viel über die Entstehung und die Eigenheiten von Gletschern und machte uns immer wieder auf Details wie Gletschertore aufmerksam. 

An den Abenden wurde viel gespielt und auch das Lagertagebuch musste gewissenhaft nachgeführt werden. Daneben wurde über Begriffe wie „Bergwelt“ oder „glücklich sein“ nachgedacht, und viele merkten, dass es gar keinen grossen materiellen Besitz braucht, um glücklich zu sein.  

So verging die Zeit im Fluge und die Rucksäcke mussten wieder so gepackt werden, dass alles darin Platz fand. Ein Highlight am Freitagmorgen war der Helikopter, der neues Material zur Hütte brachte und Abfälle mit ins Tal nahm. Dann verabschiedeten wir uns mit einer La Ola Welle vom Hüttenteam, das während der ganzen Zeit toll zu uns geschaut hatte und uns mit feinstem Essen verwöhnte. Sina trug als Dankeschön noch ein Jodellied vor, was ihr sehr gut gelang, und dann machten wir uns wieder an den Abstieg. Auf der Lauchernalp warteten schon Monstertrottis auf uns, mit denen wir den steilen Weg nach Wiler hinuntersausten, was nicht ganz ohne Schrammen gelang… Und zum Schluss hatten wir noch ein bisschen Zeit und konnten im Restaurant eine feine Glace geniessen und auf die abwechslungsreiche und einzigartige Lagerwoche zurückblicken.